BRF-Geschichte

Seit über 75 Jahren nah dran und mittendrin.

BRF 2020

Was 1945 an der Brüsseler Place Flagey mit einer 30-minütigen täglichen Sendung unter der Bezeichnung ELA („émissions en langue allemande“) über den Mittelwellensender Bruxelles 3 begonnen hat, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu dem unangefochtenen Marktführer, der heute am Eupener Kehrweg drei Hörfunkprogramme, das werktägliche TV-Magazin „Blickpunkt“ und den Webauftritt brf.be produziert sowie auf den Netzwerken Facebook, YouTube und Twitter vertreten ist – eine beachtliche Entwicklung mit mehreren Phasen des Personalzuwachses und der Programmerweiterung, der Entwicklung technischer Infrastruktur und  des journalistischen Selbstverständnisses.

Der BRF hat sich in diesen Jahrzehnten immer wieder neu erfunden. Und aus diesen bisherigen Metamorphosen ist er jeweils gestärkt hervorgegangen – vor allem auch deshalb, weil er sich ständig den veränderten Anforderungen und Bedürfnissen seiner Zielgruppen angepasst hat. Insofern ist die Geschichte des BRF auch die Geschichte einer permanenten Wechselbeziehung zwischen den Ostbelgiern und ihrem Sender. Sie stehen letztlich im Mittelpunkt aller Anstrengungen im Funkhaus.

Eckdaten seit 1945

BRF-Sendeleiterin Irene Janetzky und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer 1956 (Bild: BRF-Archiv)

BRF-Sendeleiterin Irene Janetzky und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer 1956 (Bild: BRF-Archiv)

Hörfunksendungen in deutscher Sprache gehen auf den 1. Oktober 1945 zurück, als ELA mit Irene Janetzky – zu deren Andenken 2014 eine Gedenktafel an ihrer Wirkungsstätte angebracht worden ist – aus dem Funkhaus Place Flagey in Brüssel startete. 1964 wurde daraus der Belgische Hör- und Fernsehfunk (BHF).

1975 wurde in Eupen ein Regionalstudio eröffnet. 1977 erfolgte die Umbenennung in BRF (Belgisches Rundfunk- und Fernsehzentrum für deutschsprachige Sendungen). 1979 siedelte die Hauptredaktion von Brüssel nach Eupen um. 1995 wurde das Funkhaus am Eupener Kehrweg eingeweiht.

Mit zunehmender Institutionalisierung ging der Programmausbau einher: 1983 wurde das Ganztagsprogramm eingeführt und das Studio St. Vith gegründet. 1993 begann der BRF mit wöchentlichen TV-Sendungen, seit 1999 gibt es ein tägliches Fernsehmagazin.

Im Jahr 2001 wurden die Hörfunkwellen BRF1 (Pop, Rock) und BRF2 (Schlager, Volksmusik) getrennt und das gemeinsame Programm Deutschlandfunk-BRF in Brüssel auf der UKW-Frequenz 95,2 MHz geschaffen. 2004 erfolgte die Einrichtung der Online-Redaktion. Zehn Jahre später hieß es im BRF „Internet first“: Bewegtbilder und soziale Netzwerke sind zur täglichen Priorität geworden. Im Juni 2015 erfolgte ein umfassender Relaunch der Webseite und des Erscheinungsbildes.

Der BRF feierte seinen 70. Geburtstag am 14. Oktober 2015 mit einer Open-Space-Veranstaltung: „Welchen BRF wünschen Sie sich?“ Statt zu einer klassischen akademischen Geburtstagsfeier hat der BRF Hörer und Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zu einer offenen Diskussion eingeladen. Rund 100 Gäste waren bei der Open-Space-Veranstaltung dabei.

Ein besonderes Ereignis war 2016 der Besuch der First Ladies – Königin Mathilde, Erbprinzession Sophie von und zu Liechtenstein, Daniela Schadt aus der BRD und Katharina Schneider-Ammann aus der Schweiz – im Rahmen des informellen Gipfeltreffens deutschsprachiger Staaten im September. Außerdem wurde die Musikrotation erneuert und im November die neue Elektro-Musiksendung BPM eingeführt. Seit 2018 sendet der Blickpunkt aus einem neuen Fernsehstudio mit erneuerter TV-Regie.

2020 ist der BRF 75 Jahre alt geworden. Zum Jubiläum wurde die 75-teilige Sendereihe „75 Jahre BRF – 75 Jahre Zeitgeschehen“ ausgestrahlt. Außerdem gab es am 22. März eine Live-Sendung unter dem Titel „Musik 1945 bis 2020“, in der Karin Meyer und Andeas Ryll die Wunschtitel der Hörerschaft gespielt haben. Coronabedingt konnten weitere Feierlichkeiten zum Jubiläum nicht stattfinden.