Kooperationen

„Das Zentrum kann im In- und Ausland mit anderen öffentlichen Einrichtungen zusammenarbeiten oder sich an der Schaffung von Vereinigungen ohne Gewinnerzielungszweck beteiligen, insofern deren Zielsetzung mit den Aufgaben des Zentrums vereinbart ist und zu deren Erfüllung beiträgt. Insbesondere sichert es eine enge Zusammenarbeit mit den anderen belgischen und ausländischen Rundfunk- und Fernsehanstalten.“ (Art. 5, 27.6.1986, Dekret über das Belgische Rundfunk- und Fernsehzentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft). Der BRF hat von daher ein umfangreiches Netzwerk von Koperationen etabliert..

Deutschlandfunk Köln: Das gemeinsame Hörfunk-Programm von Deutschlandfunk und Belgischem Rundfunk auf der UKW-Frequenz 95,2 in Brüssel ist ein eindrucksvolles Beispiel für grenzüberscheitende Zusammenarbeit im Medienbereich. Die beiden Sender informieren damit gezielt die deutschsprachige community in der europäischen Hauptstadt.

Das Gemeinschaftsprogramm wurde am 15. November 2001 aus der Taufe gehoben. Beide Rundfunkanstalten liefern seither aus ihren jeweiligen Programmen Sendungen für das gemeinschaftliche 24-Stunden-Hörfunkangebot. Der BRF nutzt zudem verstärkt Korrespondenten-Beiträge des DLF für seine aktuelle Berichterstattung.

Beim zehnjährigen Jubiläum am 13. Dezember 2011 wurde diese Verbindung vom damaligen Ministerpräsidenten Karl-Heinz Lambertz und Medienministerin Isabelle Weykmans als erfolgreich und zukunftsträchtig bezeichnet: Es handele sich um anspruchsvolle Information und Kultur „Made in Germany“ mit belgischen Akzenten aus Sicht der deutschsprachigen Minderheit. Für den damaligen Botschafter der Bundesrepublik in Belgien, Dr. Eckart Cuntz, ist dieses Gemeinschaftsprogramm in Brüssel der beste Garant, in deutscher Sprache zeitnah und aktuell über Belgien und über das Neueste aus aller Welt informiert zu werden.

Beide Sender arbeiten seit 2012 an einer weiteren Intensivierung dieser Kooperation, unter anderem in Form von gemeinsamen öffentlichen Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen. Die Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen in Brüssel ist in diesem Bunde der dritte Partner und stellt ihre Räumlichkeiten für diese Veranstaltungen zur Verfügung.

So hat der BRF 2014 die DLF-Reihe „Wegmarken: 1914/2014 – Der Weg in den Ersten Weltkrieg“ ausgestrahlt und am Symposium „1914/2014: Krieg und Frieden – ein europäisches Jahrhundert“ im DLF-Funkhaus teilgenommen. Im gleichen Jahr ist die gemeinsame Podiumsdiskussion „Krieg und Grenzraum“ in Brüssel organisiert worden, moderiert von Thilo Kößler für den DLF und Rudi Schroeder für den BRF.

2015 haben die beiden Rundfunksender im Rahmen der BRF-Sendereihe „Flüchten und ankommen?“ zu einer öffentlichen Diskussion über das Thema „Flüchtlingsdrama – das politische Versagen der EU“ eingeladen. Es diskutierten DG-Ministerpräsident Oliver Paasch, Elias Bierdel von Borderline Europa, Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, und Ska Keller, Europaabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen. Es moderierten Doris Simon von der Chefredaktion des Deutschlandfunks und BRF-Programmchef Olivier Krickel.

2016 lautete das Thema der gemeinsamen Podiumsdiskussion „Brexit, Nationalismus, Ceta – Vom Europäischen Traum zum Albtraum?“. Am 30. November diskutierten Prof. David Engels, Althistoriker der Freien Universität Brüssel, Prof. Emanuel Richter, Politologe der RWTH Aachen, Europaparlamentarier Pascal Arimont und der britische Europapolitiker Sir Graham Watson. Es moderierten Ursula Welter vom DLF und Olivier Krickel vom BRF. Wie üblich wurde die Veranstaltung aufgezeichnet und von DLF und BRF ausgestrahlt. Der BRF strahlte den Mitschnitt am 2. Dezember aus. Die Debatte zum Nachhören Vom europäischen Traum zum Albtraum

RTBF (Radio-télévision belge de la Communauté française) und VRT (Vlaamse Radio- en Televisieomroep) mit gleicher Adresse wie das BRF-Studio Brüssel (Boulevard Auguste Reyers, 52, 1040 Brüssel):
Diese Kooperation besteht seit dem 1.10.1945, der Start der Sendungen in deutscher Sprache in Brüssel. Beide öffentlich-rechtlichen Sender stellen zum Beispiel aktuelle Bilder zur Verfügung. Seit dem 5. November 2015 ist einer neuer Austausch hinzugekommen: Auf der Online-Plattform vivreici.be werden auch Informationen und Servicemeldungen aus den deutschsprachigen Gemeinden veröffentlicht und somit über die Gemeinschaft hinaus in der Wallonie und Brüssel sichtbar gemacht. Auch Bürgerinnen und Bürger können interaktiv Inhalte wie Fotos, Videos und Veranstaltungshinweise beisteuern.

SWR Trier: Ein täglicher Themenaustausch innerhalb der Europäischen Großregion besteht seit Jahrzehnten zwischen BRF-Studio St. Vith und dem SWR-Studio Trier.

100,7: Mit dem Luxemburger Funkhaus existiert seit 2014 ein reger Gedanken- und Kollegenaustausch. Derzeit steht der Prozessablauf in Produktion und Technik auf der Agenda der Treffen. Mit RTR, RAI-Südtirol und BRF nahm 100,7 im Jahr 2016 an der gemeinsamen Peer Review der vier Medienhäuser teil.

RTR: Seit 2014 haben der Rätoromanische Rundfunk in Chur und der BRF jeweils jährlich einen Journalistenaustausch vorgenommen und darüber hinaus eine Reihe von öffentlichen Podiumsdiskussionen in Brüssel, Eupen und Chur durchgeführt. Inhaltlich ging es dabei um die Sprache der Medien von Minderheiten, um die Gefahr der Nähe in kleinen Sendegebieten sowie um die Herausforderungen der sozialen Medien.

RAI-Südtirol: Neben 100,7 aus Luxemburg und RTR aus Chur ist RAI-Südtirol aus Bozen ein weiterer vergleichbarer öffentlich-rechtlicher Sender, mit dem der BRF einen intensiven Austausch pflegt. So führten die vier Funkhäuser 2016 gemeinsam eine Peer Review durch – Expertenrunden zu einzelnen Schwerpunktthemen, um konkrete Fragen des Sendebetriebs im kollegialen Austausch zu beantworten. Es ging dabei vor allem um Internet first und Qualitätsmanagement im Journalismus sowie Marktforschung. Peer Review bei der Rai Südtirol – Bericht von BRF-Programmchef Olivier Krickel

Partner im Via Euregio-Netzwerk: NRW-TV, RTC Liège, Télévesdre, TVL Hasselt, TVL Roermond, Zeitungsverlag Aachen und der BRF.